Historisch zeigen militärische Konflikte, wie Staaten in Finanznot geraten. Bereits im 16. Jahrhundert machte Kriegführung enorme Kosten, auch wenn Silberreichtum wie in Spanien vorlag. Spanien finanzierte Kriege gegen Niederlande, Großbritannien und Frankreich überwiegend durch neue Schulden – eingebracht von großen Finanzhäusern – und musste sich 1557–1647 mehrfach zahlungsunfähig melden. Die Niederlande dagegen entwickelten früh ein modernes Steuer- und Bankensystem und blieben liquide, während Spanien seine Vorherrschaft verlor.
Im 18. Jahrhundert führten Frankreich, Großbritannien und Habsburg mit Schulden Krieg, doch nach dem Spanischen Erbfolgekrieg gerieten mehrere Staaten an den Rand der Zahlungsfähigkeit. Die South Sea Bubble (1718–1720) und ähnliche Blasen zeigten, wie Privilegien, Aktienfinanzierung und staatliche Garantien Staatsverschuldung in Vertrauenskrisen treiben konnten. Nach 1815 endete die Ära massiver Enteignungsausgaben nicht, doch Frankreich, Großbritannien und Preußen setzten auf Sparpolitik, Währungsreformen und später auf Goldstandard-Modelle.
Der Erste Weltkrieg markierte eine neue Qualität: Massiv steigende Kriegsausgaben, suspendierter Goldstandard und massive Inflation. Die Weimarer Republik erlebte eine extreme Entwertung und Enteignung geldbesitzender Bürgerinnen und Bürger. Auch Großbritannien, Frankreich und Russland trugen hohe Schuldenlasten; Deutschland finanzierte Reparationszahlungen mit US-Krediten, wodurch sich ein globaler Kreditkreislauf auftürmte, der 1929 in der Weltwirtschaftskrise brach.
Der Zweite Weltkrieg endete erneut in Überschuldung und Währungsreformen (1948). Das Londoner Abkommen ordnete Schulden und Erleichterungen, während das Wirtschaftswunder durch Stabilität und Bankrun-ähnliche Mechanismen begünstigt wurde. Seit den 1960er-Jahren wandelte sich der Zusammenhang von Kriegsfinanzierung und Verschuldung: Schuldpolitik wurde staatstragend, oft gewollt, doch produktivitätsseitig nicht ausreichend gedeckt. Seit 1990 nehmen Produktivitätszuwächse ab; die Verschuldung ist oft kein Notfall mehr, sondern grundlegende Handlungsfähigkeit, “über die Verhältnisse zu leben”.
Unser Fazit:
Historisch wurden Krisen oft durch Enteignung des Publikums oder durch Inflationen bzw. Währungsreformen überwunden. Gegenwärtig driftet die Politik eher in kontinuierliche Verschuldung, ohne klare Abdeckung durch Produktivität – was langfristig die Tragfähigkeit belastet. Innovations- und Wachstumshemmungen sowie politische Realitäten erschweren schmerzhafte Reduktionsschritte, selbst wenn sie rational angebracht wären.
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